Grußwort zur Visitation

Nachricht Leiferde, 20. Juni 2021

Hirtinnenbrief zur Visitation in Leiferde am 20.06.2021

Der Friede des Herrn sei mit euch allen. Amen

Liebe Schwestern und Brüder aus der Kirchengemeinde Leiferde und aus dem ganzen Kirchenkreis,

mein Besuch in Leiferde geht heute zu Ende. So schnell werde ich diese Visitation nicht vergessen. Es war heiß, es gab lecker zu essen und ganz viel Austausch und Geselligkeit. Es war im wahrsten Sinne des Wortes eine bewegte Visitation.

 

Auf dem Fahrrad habe ich Leiferde, die Siedlung und die Orte des Kirchspiels erkundet Vollbüttel, Dalldorf, Volkse mit Gesprächen unterwegs, Entdeckungen auf dem Weg. Beispielhaft sei erwähnt:

Das Gespräch mit Frau Ebeling, die mit Herzblut die Kleiderkammer betreibt. Die Führung durch das Nabu Artenschutzzentrum, das mit seinen Störchen zu Leiferde gehört. Mit Neugier habe ich die Firma K2E kennengelernt, die die Projektplanung für Stromtrassen durchführt.

Das Raiffeisenhaus in Vollbüttel, das auch offen ist für die kirchliche Seniorengruppe. Der von Ehrenamtlichen gut gepflegte Friedhof in Dalldorf, wo auch zwei Zwangsarbeiterinnen ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

Der schattige Waldfriedhof in Volkse mit der durch Spenden finanzierte neuen Glocke.

Auf den Fahrradtouren hatte ich immer meinen Rucksack dabei. Den konnte ich symbolisch mit vielen Eindrücken aus der Visitation füllen:

1.Es gibt in der Kirchengemeinde viele engagierte Menschen, die sich ehrenamtlich oder auch beruflich einbringen. Ob im Tanzania-Partnerschaftskreis oder beim Frauenfrühstück, beim Besuchsdienst oder im Projekt:Chor, beim Gemeindebriefausteilen oder…..

Hervorheben möchte ich, da dies wirklich einzigartig landeskirchenweit ist, die Arbeit des Archivars Friedrich Schacht. Er hat ein Computerprogramm entwickelt, um die Anfragen bezüglich Ahnenforschung zu ermöglichen ohne langes Studieren der alten Kirchenbücher. Echt beeindruckend.

Erwähnenswert ist auch das große Engagement des Kirchenvorstandes. Er setzt sich mit Elan ein für die Belange der Gemeinde. Das Leben der Gemeinde liegt ihnen am Herzen. Die Kirchenvorsteher und Kirchenvorsteherinnen sind offen für neue Ideen und packen dann auch selbst mit an, wenn es um die Umsetzung geht. Manchmal bedeutet das dann ganz praktisch auch mal den Wildwuchs in der Gnesener Straße zu entfernen.
Natürlich braucht es immer wieder neue Ehrenamtliche. In der Kinderkirche habe ich von dem Bedarf gehört. Wer Lust hat, da mitzumachen, melde sich.

2.Ich habe eine Kirchengemeinde erlebt, die ein gutes Miteinander pflegt mit der Kommune und den Playern, den Vereinen vor Ort. Da gibt es eine gemeinsame Seniorenarbeit von DRK und Kirche, einen Neujahrsempfang von Kommune und Kirche, in den Jugendräumen ist auch die kommunale Jugendarbeit untergebracht.  Beim Lichterfest im Unsahof ist auch der Partnerschaftskreis beteiligt. Die gemeinsame Gestaltung des Sozialraumes in den Dörfern ist zukunftsweisend: Kirche ein Player unter anderen und doch auch mit ihrem eigenen christlichen Profil.

Bei meiner Fahrradtour kam ich auch an dem Umleitungsschild hier in der Nähe der Kirche vorbei. Genau dachte ich, dass Schild passt zur Situation der Kirchengemeinde. Es gibt Baustellen und die Gemeinde muss mühsame Umleitungen gehen. Aber wenn alles fertig ist, wird manches neu sein.

Beispielhaft ist da die Corona-Pandemie. Im zurückliegenden Jahr reagierte die Gemeinde auf Einschränkungen bei den Gottesdiensten und anderen Veranstaltungen mit kreativen Ideen. Gottesdienste unter freiem Himmel vor der Kirche, Krippenspiele draußen vor dem Seniorenheim. Ostergrüße an die Senioren und vieles mehr. Manches Geplante, wie z.B. die Heiligabendgottesdienste auf den Dörfern durfte dann im letzten Moment nicht umgesetzt werden. Doch die erzwungene Umleitung führt zu neuen Ideen und hat hoffentlich auch positive Auswirkungen auf das Gemeindeleben.

Der Kirchenvorstand plant, mehr nach draußen zu gehen, die Kirchenmauern zu verlassen, vielleicht einmal im Jahr in jedem Dorf ein besonderes Highlight draußen.

Eine weitere Baustelle ist das Fundraising für die Kinder- und Jugendarbeit. Zusätzlich zur Viertelstelle von Diakonin Michaela Herrmann, die von der Landeskirche finanziert wird, gibt es ein Fundraising, um ein weiteres Viertel zu finanzieren. Da sind gute Ideen entstanden, die Engelaktion zum Beispiel im letzten Advent war so eine tolle Idee. Leider hat Corona das Fundraising ausgebremst. Die Finanzierung reicht bis zum Mai nächsten Jahres. Da braucht es auch Ihre Unterstützung, liebe Gemeindeglieder, damit die gute Arbeit von Michaela Herrmann in der Kinder- und Jugendarbeit weiterhin finanziert werden kann. Ich habe jedenfalls motivierte Konfis und ehrenamtliche TeamerInnen erlebt. Es wäre schön, wenn dies weiterwachsen kann.

Die dritte Baustelle ist das Pfarrhaus. Es hat viel Unruhe deswegen in der Gemeinde gegeben. Unverständnis und Verletzungen. Mit Ungeduld warten viele, dass da wirklich eine Baustelle entsteht und das Pfarrhaus gebaut wird. Durch die Neuplanungen musste eine Umleitung gegangen werden.

Bleiben Sie geduldig. Die Genehmigungsverfahren brauchen ihre Zeit, ebenso die Klärung der Finanzierung.  Was dabei genau herauskommt, vermag ich im Moment nicht zu sagen.

Was ich mir wünsche, ist jedenfalls, dass Steine und Gebäude die Gemeinde nicht spalten. Ihr als Gemeinde seid ein Bau Gottes.  Der Grundstein ist Jesus Christus. Ihr alle baut mit an der Gemeinde durch aktive Mitarbeit, durch Teilnahme am Gottesdienst und anderen Veranstaltungen, durch Spenden und Kirchensteuern, aber auch durch Gebete und gegenseitiges Verständnis. Dafür danke ich euch allen.

Mit den Worten des Paulus rufe ich der Gemeinde zu:

Ertragt einer den andern in Liebe und seid darauf bedacht zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens.

Amen

Superintendentin Sylvia Pfannschmidt, Gifhorn

Foto: Gaby Baum